Garnelen im Test

Garnelen im Test

Ein Geschmack leicht nach Meer, etwas süßlich, knackig und orangerosa im Aussehen – das charakterisiert perfekte Garnelen, wenn sie zubereitet sind.

Aber einige Garnelen sind von vorn­herein alles andere als perfekt. So enthalten sie zum Beispiel nennens­werte Mengen an Schad­stoffen oder haben Fehler im Geschmack. Das zeigte ein Test von 20 tiefgekühlten Garnelen­produkten. Die Qualitäts­urteile reichen von gut bis mangelhaft (Preise: 1,78 bis 4,40 Euro pro 100 Gramm).

Vom Luxusgut zur Discounterware

Mit ihrem feinen Geschmack, dem orangerotem Fleisch und der gekringelten Form veredeln Garnelen fest­liche Gerichte und Häpp­chen. Längst haben die Meerestiere Einzug in die Alltags­küche gehalten – in Pasta und Salat, auf Pizza, am Spieß gegrillt oder gebraten. Noch in den Siebziger­jahren waren Garnelen seltene Luxus­lebens­mittel, heute verkaufen praktisch alle Supermärkte und Discounter die Meeresfrüchte. Mehr als 500 Gramm Garnelen verspeist jeder Bundes­bürger durch­schnitt­lich im Jahr. Meist kauft er sie tief­gefroren. 100 Gramm Tiefkühlgarnelen sind schon ab 1,78 Euro zu haben.

Neunmal gut, einmal mangelhaft

Neunmal konnte das Qualitäts­urteil Gut vergeben werden. Einige Produkte waren aber nennens­wert mit den Schad­stoffen Perchlorat und Chlorat belastet. Beide Substanzen können die Jod-Aufnahme im Körper und damit den Stoff­wechsel der Schild­drüse hemmen. Ein Produkt war wegen eines auffälligen Gehalts an Perchlorat sogar mangelhaft. Weitere Produkte über­zeugten nicht in der sensorischen Prüfung (Geruch, Aussehen, Konsistenz und Mund­gefühl). Die Tester haben die Garnelen auch auf Rück­stände von Medikamenten und Pestiziden sowie auf Krank­heits­erreger und Keimbelastungen untersucht.

Prawn salad with mixed greens, peppers and shrimpFür steten Nach­schub an Garnelen sorgen Fischer und Zucht­betriebe – sogenannte Aquakulturen – in tropischen Ländern wie Vietnam und Indien, Honduras und Ecuador. Die Farmteiche liegen oft unmittel­bar an der Küste, wo Ebbe und Flut für einen natürlichen Wasser­austausch sorgen. Doch große Aquakulturen mit Intensiv­zucht können den Ökosystemen Schaden zufügen: Wenn für die Zucht­teiche im großem Stil die küsten­nahen Mangrovenwälder gerodet werden, gehen sie zum Beispiel als Kinder­stube für Jung­fische und als Hoch­wasser­schutz verloren.

Garnelen aus nachhaltiger Produktion

Zehn der Produkte im Test tragen mindestens eines dieser vier Nach­haltig­keits­siegel:

  • Bio. Es steht für eine ökologisch verantwort­liche und tiergerechte Produktion.
  • Natur­land. Das Siegel des Bioverbands geht über die Vorgaben des Biosiegels hinaus und verlangt von den Lizenznehmern explizit, soziale Stan­dards einzuhalten.
  • ASC. Das Siegel haben Wissenschaft, Wirt­schaft und Umwelt­schützer nach Vorbild des MSC entwickelt. Es gibt eine Reihe ökologische und soziale Stan­dards vor.
  • MSC. Es steht auf Garnelen aus Wild­fang und bürgt dafür, dass sie nur in bestimmten Gebieten mit ökologisch vertret­baren Methoden gefangen wurden.

Wenig Kalorien, viel Eiweiß

Garnelen sind eine gute Eiweiß­quelle. Sie bestehen zu fast 20 Prozent aus Eiweiß und nur zu 1 Prozent aus Fett – 100 Gramm enthalten daher auch nur 87 Kilokalorien. Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel sollten sich bei diesen Meeresfrüchten allerdings trotzdem zurück­halten: Schon 100 Gramm enthalten mit 135 Milligramm Cholesterin fast die Hälfte dessen, was die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung pro Tag empfiehlt. Menschen ohne Cholesterin­probleme müssen sich in dieser Hinsicht aber keine Sorgen machen.

Quelle: Stiftung Warentest

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