Gemüsegarten…das Stückchen heile Welt

Gemüsegarten…das Stückchen heile Welt

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, bewusste Ernährung, der sorgfältige Umgang mit dem eigenen Körper, einfach mal das Handy weglegen. Die Liste guter Vorsätze, die uns und unsere Werte neu definieren, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Besonders erfreulich ist die Entwicklung vieler nachhaltiger Projekte und Geschäftsideen, die wie eine Welle über unser Land schwappen.

In New York kennt man sie schon seit vielen Jahren, mobile Gemeinschaftsgärten auf brachliegenden Gebäuden oder Grundstückflächen, die übergangsweise eine sinnvolle Nutzung der sonst zu Schandflecken wachsenden Räume in Wohngebieten ermöglichen. In Deutschland sind mit den Projekten: Gartendeck/Hamburg, NeuLand/Köln, Düsselgrün/Düsseldorf oder Annalinde/Leipzig nur einige Vorzeigeprojekte genannt.

Urban Gardening ist ein Lebensgefühl, dass nun auch seit einigen Jahren in Deutschland um sich greift.

Seit 2010 und inzwischen an 26 Standorten in ganz Deutschland bietet das junge Start up meine ernte fertig bepflanzte Gemüsegärten zum Mieten an, um auch Familien und Personen ohne eigenen Garten das persönliche und gesunde Ernte-Glück zu ermöglichen.

meine ernte – eine nachhaltige Idee wird geboren

Hinter meine ernte stecken die Studienfreundinnen Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders. Während ihrer Studentenzeit stand bei ihnen oft Fast Food auf dem Speiseplan. Doch nach einer Weile kam die Gewissheit was gesund ist und gut tut – frische, regionale Lebensmittel im Idealfall selbst angebaut.

Durch einen glücklichen Zufall verlagerte sich bei beiden der Lebensmittelpunkt in Richtung Bonn. Sie wohnten zentral, mit Balkon aber leider ohne Garten. Die Möglichkeit frisches Gemüse auf dem Balkon zu ziehen, war jedoch begrenzt. Der Wunsch der Natur nahe zu sein und die Hände in die Erde zu stecken, wuchs stetig.

Und mit diesem Bedürfnis standen sie nicht alleine da. Sie präsentierten ihre Idee, Gemüsegärten zur Miete anzubieten, einem regionalen Landwirt und stießen auf große Begeisterung. Nach einigen Wochen des Kalkulierens und Ideensammelns wagten Natalie und Wanda den Schritt in die Selbstständigkeit.

„Es gibt zwei Bewegungen, die unser Konzept gefördert haben“ erklärt Wanda Ganders. „Zum einen verlangt die moderne Landwirtschaft neue Konzepte und Ideen. Nicht jeder Hof ist in der Lage oder willens sich dem Druck des Handels zu beugen. Mit eigenen Hoflädchen, einem Erdbeerfeld zum Selberpflücken, einem Maislabyrinth, Biofleisch, Kindergeburtstagen, Bauernhof-Ferien oder einem meine ernte Gemüseacker finden sich attraktive neue Geschäftswege. Zum anderen suchen viele Stadtfamilien oder Personen ohne Garten eine Fläche zum Gärtnern und ernten, ohne sich auf die strenge Bindung von Schrebergärten einzulassen.“

Im ersten Jahr 2010 starteten die beiden in sechs Großstädten. Heute findet man deutschlandweit über 3000 meine ernte Gärtner. Wer Freude an der Natur hat und sich nachhaltig und gesund ernähren möchte, beackert von Mai bis November ein kleines Feldstück, das bereits mit über 20 verschiedenen Gemüsesorten im Frühjahr vorbereitet worden ist. Von Kartoffeln über Mangold bis zu Bohnen sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt.

Darüber hinaus gibt es ein Wunschbeet, das die Gärtner für ihre eigenen Ideen nutzen können und natürlich kann während der Saison immer wieder nachgepflanzt und nachgesät werden.

Auch die Ausrüstung wird gestellt: dazu gehören eine Gartenhütte mit einer Grundausstattung an Gartengeräten und Gießwasser. Damit die Ernte auf jeden Fall gelingt, steht der Landwirt vor Ort und das meine ernte Team den Gärtnern jederzeit zur Seite. In einem regelmäßigen Gärtnerbrief werden die Gärtner über aktuelle Themen auf dem Laufenden gehalten. Zudem gibt es Gärtnersprechstunden mit dem Landwirt in den Gemüsegärten, in denen konkrete Fragen beantwortet werden.

Gärtnern ist gesund

Gartenarbeit vereint gleich mehrere gesundheitsfördernde Aspekte auf einmal und erhöht somit merklich die Lebensqualität. Für alle Gartenneulinge und Interessierte kommen hier 7 Gründe warum der Garten uns körperlich wie psychisch gesund hält:

1. Freiland-Fitnessstudio

Bücken, Jäten, Zupfen, Heben, Lockern, Wasser holen und natürlich das Ernten des eigenen Gemüses – all diese Tätigkeiten erfordern Bewegungsabläufe, die sich auch in unserem Alltag wiederfinden, man spricht von funktionellem Training. Der gesamte Körper wird gedehnt, gestreckt und vielfältigste Muskelgruppen sind im Wechsel aktiv – das macht und hält fit!

2. Kardiotraining unter freiem Himmel

Bei der Bewegung im Garten wird die Blutzirkulation angeregt, ähnlich wie bei einem durchschnittlichen Ausdauer- oder Kardiotraining wie zum Beispiel Walken oder leichtem Joggen. Dabei bestimmt jeder selbst, wie weit er gehen möchte – beim Umgraben zum Beispiel kann man ganz schön ins Schwitzen kommen und bis zu 400 Kalorien pro Stunde verbrennen. Als Ergebnis wird man zusätzlich zum sportlichen Effekt dann sogar noch mit Blumen und knackigem Gemüse belohnt!

3. Frischer geht’s nicht

„Viel gesundes Gemüse essen!“ raten uns Ärzte und Gesundheitsinstitute immer wieder. Gemüse ist nirgendwo frischer und leckerer, als aus dem eigenen Beet und pestizidfrei ist es zudem auch.  Wir wissen, woher es kommt, ernähren uns saisonal und sparen uns häufig auch noch den Gang zum Supermarkt. Wer einkocht ist sogar rund ums ganze Jahr versorgt.

4. Einatmen, ausatmen – gelebte Achtsamkeit

Jeder, der schon einmal Unkraut gejätet, Saatgut in den Boden eingebracht oder einfach einen Marienkäfer auf einem Salatblatt beobachtet hat, kann bestätigen, wie fokussiert man dabei „im Hier und Jetzt“ lebt. Der große Trend der Achtsamkeit oder des Yogas wird im Garten zur Praxis. Eine wahre Erholungskur für unsere häufig überforderten Sinne. Wer im Garten tätig ist, kann das Meditationskissen zu Hause lassen!

5. Biounterricht bei Mutter Natur

Ob als Gartenneuling oder als alter Hase – man lernt mit und vom Garten stetig Neues und verankert das Erlernte durch praktische Erfahrungen, wenn zum Beispiel ein Schädling auftaucht und wir herausfinden wollen, was zu tun ist. Dafür Sorge zu tragen, dass aus einem winzigen Saatkorn eine ertragreiche, starke Pflanze wird – die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Herausforderungen eines Gartens halten den Geist wach und erweitern unseren Wissensschatz.

6. Sozialer Zusammenhalt

Ob in der Familie, mit Freunden oder mit Gartennachbarn – beim gemeinsamen Gärtnern teilen wir unsere Ziele und Erfolge. Wir tauschen uns aus, geben erprobte Rezepte weiter, ackern gemeinsam mit unseren Kindern. Wir gewinnen an Wertschätzung für Gemeinschaft und Natur und „schaffen“ zusammen Neues. Wie könnte man Beziehungen besser stärken?

7. Glückshormone gratis

In der Natur sein entspannt uns, bringt den Geist in Balance – frischer Sauerstoff, Sonneneinstrahlung (Produktion von Vitamin D), Wahrnehmung von natürlichem Licht und Farben, das Gefühl von Erde an den Händen: Unter freiem Himmel können wir abschalten, werden kreativ und – wie zahlreiche Studien bestätigen – glücklicher.  Wer keine Studien lesen möchte, findet den Beweis für das Gartenglück spätestens zur Erntezeit in den Gesichtern der stolzen Gärtnerinnen und Gärtner…

In die Gummistiefel, fertig, los…

Ob Studenten, Singles, Freunde, junge Familien mit Kindern, Großeltern, Klein- oder Großstädter, Hobbyköche und Gourmets – jeder freut sich über täglich frische, saisonale Zutaten und den eigenen Gemüsegarten.

Die nachwachsende „Gemüsekiste“ im Freiland gibt es in zwei Größen: Der kleine Gemüsegarten mit ca. 45 qm für Singles oder Pärchen für 199,- EUR und der Familien Gemüsegarten mit 90 qm für 369,- EUR pro Saison.

Alle Informationen finden sie auch unter www.meine-ernte.de und www.facebook.com/meineernte

Quelle: kick.management

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