Pilze sammeln: Sicherheit geht vor

Pilze sammeln: Sicherheit geht vor

Zur eigenen Sicherheit sollten nur Pilze gesammelt werden, die sich eindeutig bestimmen lassen.

Vorsicht – Giftiger Doppelgänger!

Wer im Wald nach Pilzen sucht, muss sich auskennen. Vor allem Flüchtlinge und Asylsuchende sollten aufpassen, denn in Deutschland gibt es einige sehr giftige Arten, die essbaren Pilzen aus anderen Ländern und Regionen sehr stark ähneln, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Ein Beispiel ist der hochgiftige Knollenblätterpilz, der leicht mit dem essbaren Eier-Wulstling aus dem Mittelmeerraum verwechselt werden kann. Insgesamt ist der Knollenblätterpilz für rund 80 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er wächst von Juli bis Oktober in Laubwäldern und Parks und sieht auch dem hiesigen Champignon sehr ähnlich. Besonders gefährlich ist, dass er keinen abstoßenden Geschmack hat und die Vergiftungssymptome erst nach vielen Stunden auftreten. Für Erwachsene kann bereits ein Frischpilz von 50 g tödlich sein, für Kinder etwa die Hälfte.

Eindeutige Bestimmung ist Grundvoraussetzung

Für das Jahr 2015 sind dem BfR insgesamt 27 Fälle von Pilzvergiftungen bekannt, von denen zwei tödlich endeten. Betroffene reagieren meist mit Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen.

Zur eigenen Sicherheit sollten nur Pilze gesammelt werden, die sich eindeutig bestimmen lassen. Beim kleinsten Zweifel lässt man den Pilz besser stehen oder wendet sich an eine Beratungsstelle. Auch nasse, zerfressene und unansehnliche Exemplare gehören nicht in den Korb. Wenn nach einer Pilzmahlzeit Unwohlsein auftritt, sollte immer ein Arzt oder die Giftinformationszentrale befragt werden.

Wildpilze nur gelegentlich verzehren

Im Allgemeinen gehören Wildpilze nur gelegentlich auf den Speiseplan. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen reichern Pilze Schwermetalle wie Quecksilber aus dem Erdboden an. Zum anderen können Wildpilze je nach Region als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch radioaktiv belastet sein. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit rät Verbrauchern, pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 Gramm zu essen. Bei Kindern sollte der Verzehr entsprechend ihres Körpergewichts geringer sein. Gegen den gelegentlichen Genuss, auch in größeren Mengen, bestehen aber keine Bedenken. Allerdings müssen alle Wildpilze vor dem Verzehr gut durcherhitzt werden – zwei Minuten lang bei 70 Grad Celsius. Dann sind sie auch leichter verdaulich.

Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

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